Freitag, den 19. November 2004
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Schach-Ass Schoschies bei EM in Wien

Als Vize-Europameister fährt Claus-Peter Schoschies nach Wien zur Bestenermittlung im Problemschach. Doch er setzt sich bescheiden an die Ein- und Mehrzüger, will unter die besten Sechs kommen.


ProblemschachDie traditionelle Fahrt zum Schach-Marathon in Dresden – hier sitzt man 24 Stunden am Schachbrett – hat Claus-Peter Schoschies vor zwei Wochen abgesagt. „Das ist mir zu stressig, so kurz hintereinander zwei harte Wettkämpfe. Sonst lagen immer vier Wochen dazwischen. Deshalb habe ich mich für die Europäische Bestenermittlung entschieden“, erklärte der Stralsunder kurz vor seiner Abreise nach Wien.

In den letzten zwei Wochen hat der 45-Jährige, der ehrenamtlich auch noch Chef des größten Sportvereins der Stadt ist, täglich am Schachbrett geschwitzt, Aufgaben gelöst. „Aber jetzt gucke ich bis zum Wettkampf nichts mehr an. Muss ja auch noch abschalten“, nahm sich der Telekom-Mitarbeiter für die kommenden Stunden vor.

Der Wien-Trip ist für Claus-Peter Schoschies nicht ganz neu. 1983 war er schon einmal zu Gast dort. „Das war mein erster Besuch im Westen“, erinnert sich der Schachspieler des TSV 1860. Allerdings will er in diesem Jahr kleine Brötchen backen. 2003 kehrte er immerhin mit der Silbermedaille im Gepäck von der Bestenermittlung zurück. „Ich nehme mir vor, unter die besten Sechs zu kommen. Das ist ein realistisches Ziel. Schließlich wird man nicht jünger“, zeigte sich Schoschies vor der Abfahrt wie immer bescheiden.

Bleibt abzuwarten, wie gut die Konkurrenz – mit den Russen Nikolai Garnejew und Sergej Bartuschow sowie Ole Lars aus Finnland wie immer stark – morgen und übermorgen mit den Ein- bis Achtzügern zurecht kommen.

I. SOMMER